Leserbrief an Stefan Förner

Herrn Stefan Förner
EBO
Postfach 040406
10062 Berlin

Sehr geehrter Herr Förner,

mit dem Beitrag „Schildow statt Schilda“ in der Palmsonntagsmail habe ich Probleme. Lange habe ich überlegt, ob es Sinn macht, Ihnen nach so langer Zeit noch zu schreiben. Aber gerade das Motto des Katholikentages mahnt, es doch noch zu tun.

Sie beschreiben dabei den Umzug der kath. Gemeinde St. Katharinen in die evangelische Kirche Schildow als ein Ergebnis ökumenischer Traditionen. Sicher ist es gelebte Ökumene, dass wir von der Christophorus-Gemeinde so aufgenommen werden, dass wir uns „sehr willkommen fühlen“ können. Dies sei mit großer Dankbarkeit gesagt. Ebenso dankbar bin ich den zahlreichen Mitchristen, die den Umzug in mancherlei Hinsicht begleiten und unterstützen.

Aber der Anlass für den nötigen Umzug war nicht der Wunsch nach mehr Ökumene. Die finanzielle Situation des Erzbistums erfordert, sich von Immobilien zu trennen. Dass dabei die Katharinen-Kirche in den Blick genommen wurde, war leider naheliegend, denn der bauliche Zustand des Hauses, in das seit Jahrzehnten nur das Allernotwendigste investiert wurde, hätte sehr bald erhebliche Kosten verursacht. So wurde es notwendig, für die Katharinen-Gemeinde einen neuen Platz zu suchen.

Die bisherige Kirche war für die Gemeindemiglieder der Ort der Eucharistiefeier und vieler Höhepunkte im christlichen Leben, wie Taufen, Erstkommunionfeiern und Hochzeiten. Sie war auch in den Jahren bis 1989 ein Zeichen dafür, dass die totgesagte Kirche doch noch lebt. Kurz gesagt, es waren eben nicht nur Steine.

So mischen sich in die Vorfreude auf den gemeinsamen Weg des Glaubens mit unseren Schwestern und Brüdern der Christophoruskirchengemeinde Gefühle der Enttäuschung und Trauer. Dies darf man m. E. nach nicht außer Acht lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Karl-Heinz Scheller